Broder AG / Wissen

Wissen · Erdwärme von A bis Z

Die Wärme liegt
unter Deinen Füssen.

Wie funktioniert eine Erdwärmesonde? Was kostet eine Anlage - und was spart sie? Hier findest Du die Grundlagen, Zahlen und Antworten. Verständlich erklärt, basierend auf SIA 384/6 und über 60 Jahren Praxis.

Warum jetzt

Heizen ist die grösste
Energiefrage des Landes.

Über 40 % des Schweizer Energieverbrauchs entfallen auf Gebäude - der grösste Hebel im Klimaschutz. Während sich der Anteil erneuerbarer Heizungen verfünffacht hat, läuft der Bestand noch immer mehrheitlich auf Öl und Gas. Erdwärme schliesst diese Lücke.

40 % Energieverbrauch Anteil der Schweizer Gebäude am gesamten Energieverbrauch
54 % noch fossil Anteil Öl- und Gasheizungen im Schweizer Bestand (2023)
23 % mit Wärmepumpe EFH-Anteil mit WP-Heizung - Tendenz stark steigend
5 × mehr seit 2000 Verfünffachung der Wärmepumpen-Installationen pro Jahr
Figur 1: Wärmeerzeuger Schweiz · Wohngebäude 2024 adaptiert nach BFE Gesamtenergiestatistik
37 % 26 % 17 % Gas 17 % Wärmepumpe 26 % inkl. Erdwärme Holz / Pellets 10 % Heizöl 37 % Solar / Andere 5 % Elektro-Direkt 5 % DAVON WÄRMEPUMPE 26 % aller CH-Wohngebäude 27 % 65 % Sole-Wasser 27 % · Erdwärme Andere 2 % Wasser-Wasser 6 % Luft-Wasser 65 % (Stand: 2024 · FWS/BFE)

Hauptkategorien der Beheizung Schweizer Wohngebäude · rechts aufgeschlüsselt die Wärmepumpen-Typen: Luft-Wasser dominiert mengenmässig, Sole-Wasser (Erdwärme · Broder-Segment) liefert die höchsten Jahresarbeitszahlen. Quelle: FWS-Sektorstatistik 2024, BFE.

Es wird wärmer — und die Heizfrage drängt

0 +1 +2 +3 °C 1864 1920 1970 2010 2024 +2.5 °C in der Schweiz

Jahresmitteltemperatur Schweiz, Anomalie gegenüber 1864 — Quelle: MeteoSchweiz. Die Schweiz erwärmt sich rund doppelt so schnell wie der globale Mittelwert.

Funktionsweise

Aus 1 kWh Strom werden
4 bis 5 kWh Wärme.

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe entzieht dem Erdreich Wärme bei rund 10 °C - und hebt sie auf Heiztemperatur. 75 bis 80 % der Heizenergie liefert die Umwelt. Den Rest braucht der Verdichter.

  1. 1

    Sonde nimmt Wärme auf

    Frostschutz-Sole zirkuliert in U-förmigen PE-Rohren bis 500 m Tiefe und nimmt die konstante Erdwärme von 8–12 °C auf.

  2. 2

    Verdampfer übergibt

    Im Wärmetauscher gibt die Sole ihre Wärme an ein Kältemittel ab. Dieses verdampft bereits bei sehr tiefen Temperaturen.

  3. 3

    Verdichter hebt das Niveau

    Der elektrisch betriebene Kompressor verdichtet den Dampf - Druck und Temperatur steigen auf 35–60 °C.

  4. 4

    Verflüssiger heizt

    Das heisse Kältemittel gibt seine Energie an den Heizkreis ab - Fussbodenheizung, Radiator, Brauchwarmwasser.

Energiebilanz einer typischen Sole-Wärmepumpe

Beispiel JAZ 5.0: 1 kWh elektrische Antriebsenergie liefert 5.0 kWh Heizwärme - 4.0 kWh stammen aus dem Erdreich.

So wandert die Temperatur durch die Anlage

  1. 10 °C Erdreich Sonde nimmt auf
  2. 2 °C Verdampfer Kältemittel verdampft
  3. 60 °C Verdichter Druck hebt das Niveau
  4. 35 °C Heizkreis Energie ans Haus ab

Die Erdwärmesonde

Ein U-Rohr,
das Generationen hält.

Eine Erdwärmesonde ist ein einfaches Bauteil - und ein hochpräzises Werk. Wir bohren senkrecht, versenken zwei U-förmige Kunststoffrohre und verfüllen das Bohrloch mit thermisch leitfähigem Bentonit-Zement. Was bleibt, ist ein verlustfreier Wärmeleiter ins Erdreich.

0 m · Oberfläche
U-Bogen · Sondenfuss
Schematischer Querschnitt · nicht massstäblich
Material
Kunststoff · vernetzt · diffusionsdicht
Bauart
Doppel-U · 2 Kreisläufe pro Sonde
Bohrtiefe (EFH)
50 – 500 m · projektabhängig
Entzugsleistung
Faustwert 32 W/m (15–45 W/m)
Wärmeträger
Wasser oder Sole (Wasser-Glykol-Gemisch)
Verfüllung
Bentonit-Zement · thermisch leitfähig
Lebensdauer
≥ 50 Jahre (SIA 384/6) · bis 100 Jahre Material
Wartung
geringfügig · Routinechecks (Sole-Druck, Sichtkontrolle)

Der Untergrund

Im Boden ist es immer
10 °C warm.

Anders als die Luft kennt das Erdreich keinen Winter. Schon ab 15 m Tiefe liegt die Temperatur ganzjährig konstant bei 10–12 °C. Pro 100 m Tiefe steigt sie um etwa 3 °C - der geothermische Gradient.

Geologie · Bohrprofil

Was unter dem
Bohrkopf liegt.

Jedes Bohrloch erzählt die Geschichte seiner Region. Ton, Sand, Kies, Mergel, Fels — jede Schicht hat ihre eigene Wärmeleitfähigkeit. Wir dokumentieren das Profil meterweise und übergeben es mit der Sonde.

0 m 3 m · Mutterboden 15 m · Kies / Sand 60 m · Moräne 150 m · Mergel 260 m · Molasse 300 m · Festgestein BEISPIELPROFIL · MITTELLAND
Beispielhaftes Schichtprofil eines 300-m-Bohrlochs im Schweizer Mittelland. Tatsächliche Schichten variieren je Standort — wir vermessen jedes Bohrloch und dokumentieren das Profil im Übergabeprotokoll.

Eignung · Standortcheck

Wo Erdwärme
besonders gut funktioniert.

Nicht jeder Quadratmeter Schweiz eignet sich gleich gut für Erdwärmesonden. Grundwasserschutzzonen, Karst, instabile Hänge — wir prüfen mit der kantonalen GeoWP-Karte und SwissTopo, bevor der Bohrer ansetzt.

  • Geeignet

    Mittelland, Voralpen, Jura-Plateaus. Standardmässig bewilligungsfähig — sofern keine Schutzzonen tangiert.

  • Mit Auflagen

    Grundwasserschutz-Zonen S3/Au, Quellschutzgebiete, Karstregionen. Bewilligung mit zusätzlichen Anforderungen möglich.

  • Eingeschränkt

    Schutzzonen S1/S2, instabile Hanglagen, einige Karstgebiete in CH/JU. Hier prüfen wir Alternativen wie Grundwasser-WP oder Luft-Wasser-WP.

Die Eignung für Dein Grundstück klären wir anhand der kantonalen GeoWP-Eignungskarten und SwissTopo — kostenlos und unverbindlich. Einen ersten Eindruck gibt die Bundeskarte map.geo.admin.ch ↗

Vergleich · Heizöl-Äquivalent

Wie sich der Verbrauch
über die Jahre entwickelt hat.

Vom alten MuKEn-Standard bis zum Suurstoffi-Areal in Rotkreuz: jeder Standard halbiert den Verbrauch. Erdwärme bringt ihn praktisch auf Null.

Verbrauch Heizöl-Äquivalent pro m² · Liter / Jahr

  • MuKEn 20009.0
  • MuKEn 20084.8
  • Minergie 19984.2
  • Minergie 20093.8
  • Minergie P3.0
  • Suurstoffi · Beispiel (Erdwärme)0.0
  • Minergie A0.0

Datenquelle: Monitoring Areal Suurstoffi, Rotkreuz · Verbrauchsnachweis 2020 — ein konkretes Beispiel, kein Durchschnittswert.

«Wer oben sparen will, muss unten investieren.»
Suurstoffi · Rotkreuz · ein Areal-Beispiel

Effizienz · COP & JAZ

Eine Zahl entscheidet:
die Jahresarbeitszahl.

Die JAZ misst, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom werden - über ein ganzes Jahr gemittelt. Je höher, desto effizienter die Anlage. Sole-Wärmepumpen mit Fussbodenheizung erreichen Spitzenwerte bis 6.0.

JAZ = Wärmeenergie pro Jahr (kWh) Stromverbrauch pro Jahr (kWh)

Beispiel: 18'000 kWh Heizwärme ÷ 3'600 kWh Strom = JAZ 5.0

JAZ 5.0 — auf dem Energieteller

1 kWh Strom Verdichter-Antrieb
4.0 kWh aus dem Erdreich kostenlos · ganzjährig
5.0 kWh Heizwärme ans Haus geliefert
2.5 – 3.5 Luft-Wasser-WP stark abhängig von Aussentemperatur
4.0 – 5.0 Sole-Wasser-WP Erdwärme · ganzjährig konstant
4.5 – 5.5 Wasser-Wasser-WP Grundwasser · in der CH konzessionspflichtig, in Schutzzonen eingeschränkt
bis 6.0 Sole + Fussbodenheizung tiefe Vorlauftemperatur als Effizienz-Booster

Vom Baugesuch zur Inbetriebnahme

Acht Phasen,
3–6 Monate inkl. Planung und Vorabklärung.

So läuft ein Projekt von der ersten Standortabklärung bis zur fertigen Anlage ab. Wir begleiten Dich durch jeden Schritt - von der kantonalen Bewilligung bis zum letzten Meter Bohrung.

2 – 4 Monate Gesamtzeit ab Baugesuch bis zur fertigen Anlage — Planung und Vorabklärung nicht eingerechnet. Die reine Bohrzeit beträgt Tage - die Bewilligungsverfahren bestimmen das Tempo.
  1. 1

    Standortabklärung

    Prüfung GeoWP-Karte, Schutzzonen, Gebäudelast und Nachbarsonden - kostenlos und unverbindlich.

  2. 2

    Dimensionierung

    Auslegung der Sondenmeter nach SIA 384/6 durch den Fachplaner — abgestimmt auf Heizlast und Boden, von uns begleitet.

  3. 3

    Bewilligung

    Kantonales Baugesuch und Bohranzeige - wir bereiten das Dossier vor und unterstützen dich bei der Einreichung.

  4. 4

    Bohrung

    Senkrechte Bohrung mit unserem Maschinenpark - typisch 1 bis 3 Tage pro Sonde.

  5. 5

    Sonde & Verfüllung

    Versenken der Doppel-U-Sonde und Verfüllung mit thermisch leitfähigem Bentonit von unten nach oben.

  6. 6

    Horizontale Anbindung

    Grabarbeiten zur Hauseinführung, Verbindung der Sonden zum Verteiler im Technikraum.

  7. 7

    Wärmepumpe

    Aufstellung und Anschluss der Wärmepumpe an Heizkreis, Brauchwarmwasser und Stromnetz.

  8. 8

    Inbetriebnahme

    Druckprobe, Spülung, Einregulierung - danach läuft die Anlage über Jahrzehnte autonom.

Wo die Zeit wirklich vergeht

  • Standortabklärung 1 Tag
  • Dimensionierung 1 Woche
  • Bewilligung 4 – 8 Wochen
  • Bohrung 1 – 3 Tage
  • Sonde & Verfüllung 1 Tag
  • Horizontale Anbindung 2 – 5 Tage
  • Wärmepumpe 2 – 3 Tage
  • Inbetriebnahme 1 Tag

Die Bewilligung dominiert den Zeitplan. Die eigentlichen Bauarbeiten dauern Tage, nicht Monate.

Investition · Betrieb · Förderung

Einmal teurer,
danach günstiger.

Eine Erdwärmeanlage kostet in der Anschaffung mehr als eine Ölheizung - aber weniger als jedes andere Heizsystem im Betrieb. Über die Lebensdauer ist sie das wirtschaftlichste System überhaupt.

Jährliche Heizkosten · Einfamilienhaus 18'000 kWh

  • Ölheizung ≈ 3 050 CHF
  • Gasheizung ≈ 3 000 CHF
  • Luft-Wasser-WP ≈ 1 950 CHF
  • Sole-Wasser-WP (Erdwärme) ≈ 1 300 CHF
  • Sole-WP + eigene PV ≈ 800 CHF

Strompreis 28 Rp/kWh · Heizölpreis 1.10 CHF/Liter · Erdgas 12 Rp/kWh · inkl. Wartung · Werte 2025 · Quellen: Elcom, BFE, HEV, FWS.

Über die Lebensdauer · 50 Jahre · Anlage + Ersatz + Betrieb

  • Ölheizung 43k 153k Betrieb 196k CHF
  • Luft-Wasser-WP 60k 98k Betrieb 158k CHF
  • Sole-WP (Erdwärme) 74k 70k Betrieb 144k CHF
  • Sole-WP + PV 88k 45k Betrieb 133k CHF
Anlage + Ersatzgeräte (50 J.) Kumulierter Betrieb 50 Jahre
≈ 52'000 CHF gespart über die Lebensdauer gegenüber Öl — mit eigener PV rund 63'000 CHF. Erdwärme überholt die Ölheizung schon nach ≈ 19 Jahren; danach heizt dieselbe Sonde 80 Jahre weiter, während Öl- und Luftanlagen mehrfach ersetzt werden.

Annahme: Wärmepumpe bzw. Heizgerät alle ~25 Jahre ersetzt — bei Erdwärme nur die Wärmepumpe, die Sonde (80 J.) bleibt. Betriebskosten konstant gerechnet; steigende Energiepreise vergrössern den Vorteil.

Förderung

Bis zu 9'000 CHF direkt zurück.

Bund und Kantone fördern Erdwärme aktiv. Die Zuschüsse variieren - wir kennen die Programme und helfen dir beim Einreichen der Gesuche.

Gebäudeprogramm (Bund & Kantone)

Pauschalförderung für den Heizungsersatz fossil → Erdwärme. EFH-Beträge typisch 5'000 – 9'000 CHF, kantonal variierend.

Impulsprogramm Wärmepumpe

Beratungs- und Planungspauschalen für Eigentümer, die fossil ersetzen wollen - über die jeweilige Energiefachstelle.

Klimaprämie / Innovationsförderung

Zusätzliche kantonale Programme - etwa für CO₂-Reduktion, Quartiersanierung oder Anergienetze. Auf Anfrage prüfen wir Deine Region.

Steuerlicher Abzug

Investitionen in Energiesparmassnahmen sind in den meisten Kantonen über mehrere Steuerperioden vollständig abzugsfähig.

Energierechner

Was würde Erdwärme
bei Dir sparen?

Drei Eingaben, sechs Schätzungen — gezeigt sind die reinen Energiekosten. Wartung und Service kommen bei Öl und Gas obendrauf (Kaminfeger, Brennerwartung, Brennstofflieferung) und entfallen bei Erdwärme weitgehend — der reale Vorteil ist also noch grösser. Basis: Schweizer Durchschnittswerte und eine JAZ 5.0 für Sole-Wasser-Wärmepumpen. Genaue Werte ergeben sich aus Deinen Bauplänen und der lokalen Geologie — frag uns für Dein konkretes Angebot.

Gebäudestandard
Aktuelle Heizung
Wärmebedarf 20'000 kWh/Jahr
Sonden­meter (geschätzt) ~ 200 m gesamt
Heizkosten Erdwärme CHF 1'110 / Jahr
Heizkosten heute CHF 2'600 / Jahr
Ersparnis CHF 1'490 / Jahr
CO₂-Einsparung 5'160 kg/Jahr

Richtwerte für ein typisches Schweizer Einfamilienhaus. Effektive Werte hängen von Geologie, Bohrtiefe, Pufferspeicher, Verteilsystem und Strompreis ab. Strompreis-Annahme: 28 Rp/kWh (Elcom 2025) · JAZ Erdwärme: 5.0 · CO₂-Faktoren: Öl 265 g/kWh, Gas 200 g/kWh, CH-Strom-Verbrauchermix 60 g/kWh (VSE 2024).

Konkretes Angebot anfragen

Geocooling

Im Sommer kühlen,
fast kostenlos.

Die Sonde ist eine Einbahnstrasse für Wärme - nur in beide Richtungen. Im Sommer entzieht das Gebäude sich selbst Wärme und gibt sie ans Erdreich ab. Das kühlt den Raum und regeneriert gleichzeitig den Boden für den nächsten Winter.

Winter · Heizen
Haus
+22 °C
Erdreich · konstant +10 °C

Wärme strömt vom warmen Erdreich zum kalten Haus - die Sonde sammelt, die Wärmepumpe hebt das Niveau.

Sommer · Kühlen
Haus
+24 °C
Erdreich · konstant +12 °C

Überschuss-Wärme aus dem Gebäude fliesst ins kühle Erdreich. Der Boden regeneriert sich für den Winter.

Passive Kühlung · Free Cooling

Direkt aus dem Erdreich

Die Sole zirkuliert durch den Wärmetauscher und kühlt den Heizkreis. Kein Kompressor, kein Verdichter - nur die Umwälzpumpe läuft.

  • Stromverbrauch: nur Pumpe, ca. 100 W
  • Kühlleistung: 2–4 °C unter Raumtemperatur
  • Ideal für Fussbodenheizung und Betonkernaktivierung
Mehr Details

Die Sole hat im Sommer rund 12 °C, das Erdreich speichert die Wärme bis in den Winter. Die Wärmepumpe steht im Kühlmodus still — nur die Sole-Pumpe läuft.

  • JAZ-Kühlbetrieb: typisch 15–20 (= sehr effizient)
  • Keine Verdichterabnutzung — schont die Anlage
  • Regeneration der Sonde für den nächsten Winter
  • Voraussetzung: tiefe Vorlauftemperatur (FBH oder BKA)
Aktive Kühlung · reversible WP

Mit Prozessumkehr

Die Wärmepumpe läuft im Kühlmodus - wie ein Kühlschrank. Höhere Kühlleistung, höherer Stromverbrauch. Für Komfortansprüche im Sommer.

  • Bis zu 8 °C unter Raumtemperatur
  • Auch für Fan-Coil-Anlagen geeignet
  • Gleichzeitige Brauchwarmwasser-Bereitung möglich
Mehr Details

Bei reversibler Wärmepumpe wird das Kältemittel umgekehrt durch den Kreislauf geleitet. Der Verdampfer wird zum Verflüssiger — Wärme wandert vom Haus ins Erdreich.

  • JAZ-Kühlbetrieb: typisch 4–6
  • Stromverbrauch deutlich höher als bei passiver Kühlung
  • Entfeuchtung möglich (über Fan-Coils)
  • Sinnvoll für Bürogebäude oder hohe Komfortansprüche

Wirkung Schweizweit · Stand Ende 2024

Was 121’879 Sole-Wasser-Wärmepumpen in einem Jahr einsparen.

Jede Bohrung zählt - aber erst im Verbund werden die Zahlen sichtbar. Kumulierte Einsparung aller in der Schweiz installierten Sole-Wasser-Wärmepumpen, in einem einzigen Kalenderjahr.

+68 % seit 2014 121'879 Sole-Wasser-Wärmepumpen installierte Anlagen in der Schweiz (Ende 2024)
+39 % seit 2014 413'840 Tonnen Heizöl / Jahr vermiedener Verbrauch an fossiler Energie
1'307'734 Tonnen CO₂ / Jahr vermiedene Treibhausgas-Emissionen
5 % des Heizbedarfs durch Geothermie gedeckt (Schweiz 2024)
Pro Anlage im CH-Durchschnitt · über 50 Jahre Lebensdauer rund 170 Tonnen Heizöl, die nie verbrannt werden. Entspricht rund 530 Tonnen CO₂ pro installierter Anlage im CH-Durchschnitt (inkl. Grossanlagen) — beim typischen Einfamilienhaus sind es rund 225 Tonnen.

Jede Duplex-Sonde, die wir setzen, zahlt über Jahrzehnte auf diese Bilanz ein. Quelle: Geothermie-Schweiz / Bundesamt für Energie BFE · Statistik der geothermischen Nutzung in der Schweiz, Ausgabe 2024 (publ. Juli 2025).

CO₂-Einsparung im Detail

Was eine Sonde
fürs Klima leistet.

Konkret gerechnet — pro Haus, pro Jahr, über die ganze Lebensdauer. Mit aktuellen CO₂-Faktoren von BAFU und VSE.

Pro Einfamilienhaus · 18'000 kWh/Jahr

  • Ölheizung 4'770 kg CO₂
  • Gasheizung 3'600 kg CO₂
  • Luft-Wasser-WP 360 kg CO₂
  • Sole-Wasser-WP (Erdwärme) 216 kg CO₂
  • Sole-WP + eigene PV ≈ 70 kg CO₂

CO₂-Faktoren BAFU 01/2025: Öl 265 g/kWh · Gas 200 g/kWh · CH-Strom-Verbrauchermix 60 g/kWh (VSE 2024). JAZ: Sole-Wasser 5.0 · Luft-Wasser 3.0. Wärmebedarf-Annahme typisches CH-EFH.

≈ 4.5 t CO₂ Einsparung / Jahr

pro Haus gegenüber Öl — entspricht den Emissionen eines durchschnittlichen Schweizer Personenwagens auf ≈ 30'000 km.

≈ 225 t CO₂ Einsparung · 50 Jahre

über die garantierte Sondenlebensdauer. So viel CO₂ binden rund 10'000 ausgewachsene Bäume in einem Jahr.

≈ 1 – 2 Jahre Amortisations­zeit

für die graue Energie (Sondenrohr, Bentonit, Bohrgerät-Diesel) — danach läuft die Anlage CO₂-positiv.

5 % CH-Heizbedarf gedeckt

durch Geothermie aktuell. Damit Netto-Null 2050 erreicht wird, muss dieser Anteil auf ≈ 25 % wachsen (BFE-Szenarien).

Berechnungs-Annahmen: Wärmebedarf 18'000 kWh/Jahr · Faktoren BAFU CO₂-Emissionsfaktoren 01/2025 · Strommix-Faktor VSE/strom.ch «CO₂-Gehalt Strommix Schweiz 2024» · Bäume-Vergleich: ca. 22 kg CO₂-Bindung pro Baum & Jahr (BAFU). Embedded-Carbon-Schätzung nach ETH/Empa Lifecycle-Analysen.

Häufige Fragen

Antworten
aus der Praxis.

Was Bauherrinnen und Hauseigentümer am häufigsten fragen - kurz und ehrlich beantwortet.

Wie laut ist eine Erdwärme-Heizung?

Die Erdwärmesonde selbst ist absolut still — sie steht im Boden, ohne bewegliche Teile. Hörbar ist nur die Wärmepumpe im Technikraum, und auch die ist sehr leise.

Moderne Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichen Schalldruckpegel von 35–45 dB(A) im Aufstellraum — das ist vergleichbar mit einem Kühlschrank oder einer leisen Konversation. In einem schallisolierten Technikraum (Standard im Schweizer Neubau) wird die Wärmepumpe ausserhalb des Raums faktisch unhörbar.

Der grosse Unterschied zur Luft-Wasser-Wärmepumpe: keine Aussengeräte. Damit auch kein Lärm zur Nachbarschaft — relevant nach der Schweizer Lärmschutz­verordnung (LSV), die für Aussengeräte je nach Empfindlichkeitsstufe Grenzwerte von 45–60 dB(A) vorsieht.

Während der Bohrphase entsteht Baustellenlärm (typisch 80–90 dB(A) am Bohrkopf). Wir verkleiden den Bohrturm mit Schallschutzwänden, halten die VLE/VLD-Grenzwerte ein und beschränken Bohrzeiten auf Werktage 7:00–18:00.

Wie tief wird gebohrt?

Für ein typisches Einfamilienhaus liegen die Sondentiefen bei 120–220 m. Die genaue Tiefe ergibt sich aus drei Faktoren: Heizlast des Gebäudes, geologischen Kennwerten (Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds) und Anzahl Sonden.

Dimensioniert wird nach SIA 384/6 (Schweizer Norm für Erdwärmesonden, Ausgabe 2021) — die Auslegung übernimmt der Fachplaner, wir unterstützen mit Praxiserfahrung und setzen sie präzise um. Faustwert: rund 100 kWh/Jahr und Bohrmeter bei einer Sonde, bei mehreren Sonden im Feld reduziert sich der Wert wegen gegenseitiger Beeinflussung um 10–20 %.

Beispiel-Berechnung für ein EFH mit 18'000 kWh/Jahr Heizbedarf: nötige Sondenmeter ≈ 180 m. Das kann eine Sonde mit 180 m oder zwei mit je 90 m sein — je nach Platz, Geologie und Sondenfeld-Geometrie.

Wir gehen bis zu 500 m tief (Spezialsonden bis 600 m mit Koaxial-Stahltechnik PN 50). Jedes Bohrloch wird mit einem Inklinometer vermessen — Abweichungen von der Vertikalen typisch ≤ 1 % über die Gesamttiefe.

Brauche ich eine Bewilligung?

Ja, in allen 26 Kantonen. Erdwärmesondenbohrungen sind konzessions- bzw. bewilligungspflichtig, je nach Kanton in unterschiedlicher Form.

Zwei Hauptverfahren: Bohranzeige (vereinfacht, ca. 4 Wochen Bearbeitung) und das kantonale Baugesuch (komplexer, bis zu 8 Wochen). Manche Kantone (z. B. AG) bearbeiten innert 4 Wochen, andere brauchen 6–8 Wochen.

Die Eignung des Standorts wird via GeoWP-Karte (Bund / Kantone) klassifiziert in drei Zonen:

  • Geeignet — Standardverfahren, Mittelland und Voralpen
  • Mit Auflagen — Schutzzonen S3/Au, Karst, zusätzliche Nachweise nötig
  • Eingeschränkt — Schutzzonen S1/S2, instabile Hänge: Alternativen prüfen

In Grundwasserschutzzonen S1 und S2 sind Erdwärmesonden meist verboten. Karstgebiete in JU und CH bedürfen einer Einzelfallprüfung. Wir prüfen die GeoWP-Karte vor Vertragsabschluss, bereiten das gesamte Dossier vor und unterstützen dich bei der Einreichung.

Wie lange hält eine Sonde?

Mindestens 50 Jahre nach SIA 384/6 — viele Hersteller geben 100 Jahre Lebensdauer für das Rohrmaterial an. Die Sonde selbst ist im Boden völlig passiv, ohne bewegliche Teile, ohne Verschleiss.

Wir verwenden PE 100 RC (Polyethylen, rissstop-resistent), das nach Herstellerprüfung über 100 Jahre druckstabil bleibt. Die Verfüllung mit Bentonit-Zement bleibt durch ihre Permeabilität ≤ 1 × 10⁻⁷ m/s dauerhaft dicht.

Was im Laufe der Zeit ausgetauscht wird:

  • Wärmepumpe: nach 20–25 Jahren Stand der Technik veraltet → Neugerät, Sondenanschluss bleibt
  • Wärmeträger-Sole: alle 15–20 Jahren prüfen, ggf. nachfüllen (Frostschutz, pH)
  • Verteiler-Komponenten: nach 30+ Jahren Verschleisscheck

Was nie ausgetauscht wird: das Bohrloch und die Sondenrohre. Wer heute investiert, profitiert noch in der nächsten Generation.

Funktioniert das auch im Altbau?

Ja — entscheidend ist die Vorlauftemperatur des Heizsystems. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei tiefer Vorlauftemperatur. Ideal sind 35–45 °C (Fussbodenheizung). Bei Vorlauftemperaturen > 55 °C sinkt die JAZ deutlich.

Altbau mit Radiatoren: oft 60–70 °C Vorlauf. Aber das ist häufig überdimensioniert. Eine Berechnung zeigt: für die meisten Tage des Jahres genügen 45–50 °C — nur an den kältesten Tagen braucht es höhere Vorlauftemperaturen. Hier helfen entweder:

  • Heizkörper-Vergrösserung: einzelne Radiatoren (Wohnzimmer, kalte Räume) durch grössere ersetzen — günstig, effektiv
  • Pufferspeicher: glättet Spitzenlasten
  • Hybrid mit Spitzenlastkessel: nur an den 10–15 kältesten Tagen zuschalten

Bei einer Sanierung können auch Förderungen kombiniert werden: Heizungsersatz + Fenster + Dämmung = bis zu 20'000 CHF Bundesförderung möglich.

Was kostet eine Anlage für ein EFH?

Gesamtinvestition typisch 55'000 – 80'000 CHF für ein durchschnittliches EFH (200 m², 18'000 kWh/Jahr). Aufschlüsselung:

  • Bohrung & Sonde: 25'000 – 35'000 CHF (rund 130 CHF/m + Verteiler)
  • Wärmepumpe: 15'000 – 22'000 CHF
  • Installation, Hydraulik, Steuerung: 10'000 – 15'000 CHF
  • Bewilligungsverfahren, Planung: 2'000 – 4'000 CHF
  • Wärmepumpe-Anschluss, Strom-Ertüchtigung: 3'000 – 5'000 CHF

Förderungen: das nationale Gebäudeprogramm zahlt typisch 5'000 – 9'000 CHF pro EFH (kantonal variierend). Plus Steuerabzug (Energiesparmassnahme) über mehrere Jahre.

Betrieb: rund 1'300 CHF/Jahr inkl. Wartung (Sole-Wasser-WP JAZ 5.0 · CH-Strompreis 28 Rp/kWh 2025). Vergleich: Ölheizung ca. 3'050 CHF/Jahr, Gas ca. 3'000 CHF/Jahr, Luft-Wasser-WP ca. 1'950 CHF/Jahr.

Amortisation: bei Heizungs­ersatz fossil → Erdwärme erreicht den Break-even nach rund 19 Jahren gegenüber Öl (vor Förderung; bei steigenden Energiepreisen oder mit Förderbeiträgen früher). Die PV-Variante amortisiert sich wegen der höheren Anfangsinvestition zwar etwas später, ist über die ganze Lebensdauer aber am günstigsten — rund 63'000 CHF gespart gegenüber Öl, Erdwärme-Solo rund 52'000 CHF. Lebensdauer der Anlage: 25 Jahre Wärmepumpe + bis zu 80 Jahre Sonde.

Wird der Boden auf Dauer kälter?

Bei korrekter Dimensionierung nach SIA 384/6: nein. Die Sonde entzieht im Winter Wärme aus dem Erdreich, der Boden regeneriert sich im Sommer durch zwei Mechanismen:

  • Geothermischer Wärmefluss von unten (rund +3 °C pro 100 m Tiefe)
  • Solarer Wärmeeintrag von oben (Sonneneinstrahlung, Sickerwasser)

Über die Lebensdauer einer Anlage (50–80 Jahre) kann die mittlere Sondentemperatur um 1–2 °C absinken. Das ist normal und in der SIA-Dimensionierung berücksichtigt. Bei Anlagen, die zu klein dimensioniert sind (Sondenmeter zu kurz, Sondenabstand zu gering), kann sich das Erdreich stärker abkühlen — Effizienzverlust ist die Folge.

Mit Geocooling im Sommer (passive Kühlung des Hauses via Sonde) wird der Boden zusätzlich regeneriert. Das ist nicht nur Komfortgewinn, sondern verlängert die Anlagenlebensdauer und stabilisiert die JAZ über Jahrzehnte.

Langzeitstudien aus dem In- und Ausland (Schweden, Schweiz, Deutschland) bestätigen über 30+ Jahre Betrieb stabile Quellentemperaturen, wenn die Sonde nach Norm ausgelegt wurde.

Kann ich Erdwärme mit einer PV-Anlage kombinieren?

Ja — und es ist die wirtschaftlichste und ökologischste Kombination, die heute möglich ist. Die Wärmepumpe ist tagsüber ein dankbarer Stromabnehmer für die Photovoltaik.

Beispiel-Setup für ein typisches EFH:

  • PV-Anlage 10 kWp (50–60 m² Dachfläche) → erzeugt ca. 9'000–10'000 kWh/Jahr
  • Wärmepumpe verbraucht 3'600 kWh/Jahr (18'000 kWh Wärme ÷ JAZ 5.0)
  • Eigenverbrauchsanteil WP+Haushalt: 50–70 % der PV-Produktion
  • Batterie-Speicher (optional, ca. 10 kWh): erhöht Eigenverbrauch auf 70–80 %

Wirtschaftlich: die Heizkosten sinken auf ca. 800 CHF/Jahr (statt 1'300 CHF ohne PV). Über 25 Jahre Lebensdauer der PV-Anlage spart das rund 12'500 CHF gegenüber dem Erdwärme-Solo-Setup.

CO₂-Fussabdruck: mit PV-Eigenstrom fällt der CO₂-Anteil der WP von ca. 216 kg/Jahr auf unter 70 kg/Jahr. Über die Lebensdauer praktisch CO₂-neutral.

Brauche ich einen Garten für die Bohrung?

Nicht zwingend einen «Garten» im klassischen Sinn — aber etwas Platz für das Bohrgerät und einen Zufahrtsweg.

Typische Platzanforderungen:

  • Aufstellfläche Bohrgerät: ca. 4 × 6 m, ebener Untergrund
  • Zufahrt: 3 m Breite, Verkehrslast ≥ 18 t
  • Materialfläche: 3 × 5 m für Sonde, Verfüllmaterial, Wassertank
  • Kran-Schwenkbereich wenn nötig (Stadt, enge Verhältnisse)

Für besondere Situationen haben wir Eigenbau-Bohrgeräte auf Aebi- und Unimog-Basis, die durch enge Hofzufahrten, Hanglagen und Berggebiete kommen, wo Standard-Bohranlagen versagen.

Nach der Bohrung sichtbar: nur noch der Sondenkopf — meist in einem Schacht versenkt, mit Deckel überdeckt, frei begehbar. Garten, Vorplatz oder Asphalt lassen sich vollständig wiederherstellen.

Wer übernimmt die Garantie?

Wir — die Broder AG. Auf Bohrung, Sonde und Verfüllung geben wir die SIA-konformen Gewährleistungen nach SIA 384/6 und allgemeinem schweizerischem Werkvertragsrecht (OR).

Auf die Wärmepumpe gelten die Herstellergarantien — typisch 2–5 Jahre, mit kostenpflichtiger Verlängerung auf bis zu 10 Jahre möglich. Wir übernehmen die Abwicklung im Garantiefall: ein Ansprechpartner, kein Schnittstellen-Pingpong.

Da wir seit 1961 in Sargans sind und in 3. Generation arbeiten, bist Du nicht abhängig von einem Subunternehmer, der in fünf Jahren verschwindet. Unsere typische Wartung:

  • Erstes Jahr: kostenloser Check-Up nach Inbetriebnahme
  • Alle 2–3 Jahre: Wartungsbesuch der Wärmepumpe (mit Hersteller-Service)
  • Alle 5 Jahre: Sole-Druck-Check, pH-Wert, Frostschutz-Konzentration
  • 24/7-Notfallservice: für aktive Wartungsverträge
Sind Erdwärmesonden umweltschädlich?

Nein — bei korrekter Ausführung. Erdwärmesonden gelten als eine der umweltverträglichsten Heizmethoden überhaupt. Drei häufige Bedenken in der Praxis:

  1. Sole-Flüssigkeit: typisch 25–30 % Propylenglykol (biologisch abbaubar, nicht toxisch, Lebensmittelqualität). Bei einer Leckage praktisch unbedenklich für Boden und Grundwasser.
  2. Bentonit-Verfüllung: natürliches Tonmineral, chemisch inert, dichtet das Bohrloch sauber ab und verhindert Stoffaustausch zwischen Grundwasserschichten.
  3. Beeinflussung des Untergrunds: thermisch um wenige Grad, hydraulisch unverändert. Anders als bei Tiefengeothermie keine Eingriffe in den Wasserkreislauf.

Demgegenüber spart eine Erdwärmeanlage über die Lebensdauer ca. 225 t CO₂ ein (gegenüber Ölheizung). Die «graue Energie» einer Bohrung (PE-Rohre, Bentonit, Bohrgerät-Diesel) ist nach 1–2 Betriebsjahren CO₂-amortisiert.

Was passiert bei einer Leckage?

Leckagen sind extrem selten, da Sondenrohre druckgeprüft und Sondenfeld+WP als geschlossener Kreislauf konzipiert sind. Sollte etwas passieren, ist eine sofortige Erkennung Standard:

  • Druckverlust-Alarm: die WP-Steuerung erkennt jeden Druckabfall im Solekreis sofort und schaltet ab
  • Soledruck-Manometer: am Verteiler-Sammler ablesbar, regelmässig kontrolliert
  • Sole-Stand-Sensor: meldet Pegelverlust im Expansionsgefäss

Im Reparaturfall: betroffenen Sondenkreis isolieren (Absperrhahn am Verteiler), Leck lokalisieren (meist im Verteilerraum oder Anschluss), Reparatur ohne Stilllegung der Gesamtanlage. Die Sondenrohre selbst (PE 100 RC) haben in der Praxis keine Leckage-Historie über 50+ Jahre Beobachtung.

Können Erdbeben durch die Bohrung entstehen?

Nein — flache Erdwärmesonden (bis 600 m) lösen keine spürbaren Erdbeben aus. Was in einigen wenigen Schweizer Fällen (Basel 2006, St. Gallen 2013) beobachtet wurde, war Tiefengeothermie mit Bohrungen über 3'000 m, bei der Hochdruckwasser in den Untergrund injiziert wurde.

Bei Erdwärmesonden hingegen:

  • Bohrung erfolgt ohne Hochdruck-Injektion
  • Bohrdurchmesser nur 13–17 cm (kein Hohlraum)
  • Sofortige Verfüllung mit Bentonit nach Sondeneinbau
  • Maximale Tiefe weit unter geologisch aktiven Schichten

In Karstgebieten (CH, BL, JU) prüfen wir vor der Bohrung die Geologie sorgfältig, um Hohlräume und Wasserführungen zu vermeiden. Diese Gebiete sind in der GeoWP-Karte als «mit Auflagen» klassifiziert.

Beeinflusst die Sonde das Grundwasser?

Bei korrekt ausgeführten Bohrungen praktisch nicht. Drei Schutzmechanismen verhindern eine Beeinträchtigung:

  1. Verfüllung des Bohrlochs: Bentonit-Zement mit Permeabilität ≤ 1 × 10⁻⁷ m/s — dichter als der umgebende Boden, kein Wasseraustausch zwischen Grundwasserschichten
  2. Sondenrohre dicht: PE 100 RC ist diffusionsdicht, keine Sole-Migration in das umgebende Erdreich
  3. Druckprüfung nach SIA 384/6: jede Anlage bei Inbetriebnahme dokumentiert dicht

In Grundwasserschutzzonen S3/Au (Schutzbereiche um Trinkwasserfassungen) gelten zusätzliche Anforderungen: spezielle Verfüllmaterialien, höhere Druckprüfung, Online-Monitoring. In Zonen S1 und S2 sind Erdwärmesonden in der Regel verboten — hier wären Luft-Wasser-WP oder Fernwärme die Alternativen.

Wie funktioniert die Anlage im Sommer?

Im Sommer steht die Wärmepumpe für die Heizung still. Die Sonde kann aber für passive Kühlung (Geocooling / Free Cooling) genutzt werden — der vielleicht grösste «Bonus», den eine Erdwärmeanlage gegenüber Öl/Gas bietet.

So funktioniert es: die Sole zirkuliert mit ca. 12 °C aus dem Boden direkt durch den Wärmetauscher und kühlt den Heizkreis (Fussboden oder Decke). Die Wärmepumpe bleibt aus. Stromverbrauch: nur die Umwälzpumpe (ca. 100 W).

Kühlleistung typisch 2–4 °C unter Raumtemperatur — meist genug für angenehmes Wohnklima, auch in Hitzesommern. Ein Bonus: das Erdreich wird im Sommer wieder erwärmt — Regeneration für den nächsten Winter.

Für höhere Kühlleistung (Bürogebäude, Komfortansprüche) gibt es reversible Wärmepumpen, die im Sommer aktiv kühlen können (Prozessumkehr). Damit sind 6–8 °C unter Raumtemperatur möglich.

Was passiert, wenn die Wärmepumpe ausfällt?

Wärmepumpen sind heute extrem zuverlässig — typische Ausfallrate < 1 % pro Jahr. Falls etwas passiert:

  • Selbstdiagnose: moderne WP melden den Fehler per App / Display und kontaktieren oft automatisch den Service
  • Pufferspeicher: typisch 300–500 Liter, überbrückt mehrere Stunden ohne WP-Betrieb
  • Notheizung (E-Patrone): viele Anlagen haben einen elektrischen Notheizstab als Backup, der einspringt
  • Reparatur: in der Regel binnen 24–48 h durch Hersteller-Service oder uns als Anlagenbetreuer

Für Bauherren mit hohem Komfortbedarf bieten wir Wartungsverträge mit 24/7-Notfallhotline und Lager-Ersatzteilen für die wichtigsten Komponenten. Bei einer Wartungsvertrag-Kunden-Anlage ist die typische Reaktionszeit < 12 h.

Kann ich die Anlage selbst überwachen?

Ja — moderne Wärmepumpen haben ausnahmslos eine Smart-Home-Integration. Du siehst per App:

  • aktuellen Stromverbrauch und Wärmemenge (live + Historie)
  • Sole-Vorlauf/Rücklauf-Temperatur (Effizienz-Indikator)
  • JAZ-Berechnung tagesaktuell
  • Heizkurven-Anpassung
  • Warmwasser-Programm
  • Geocooling-Modus (Sommer)

Standards: SG-Ready (Smart-Grid-fähig — für PV-Eigenverbrauch-Optimierung), MQTT, Modbus, EEBus (Hersteller-übergreifend). Integration in Home-Assistant, ioBroker, OpenHAB problemlos möglich.

Für Bauherren ohne Tech-Interesse: standardmässig läuft alles automatisch. Du musst nichts machen ausser einmal pro Jahr die Wartung beauftragen.

Was passiert mit dem Bohrloch bei Stilllegung?

Sondenbohrungen werden mit SIA-konformer Verfüllung von vornherein so ausgeführt, dass sie ohne Folgen rückgebaut werden können. Bei einer Stilllegung (z. B. nach 80 Jahren Betrieb):

  1. Sondenkopf entfernen: Verteiler-Sammler ausbauen, Anschlussstutzen abdichten
  2. Sole-Entsorgung: fachgerecht durch zertifizierten Entsorger (Propylenglykol ist biologisch abbaubar, aber als Sondermüll deklariert)
  3. Sondenrohre: bleiben im Boden — die Bentonit-Verfüllung garantiert die hydraulische Dichtigkeit über Jahrhunderte
  4. Bohrlochdokumentation: bleibt im kantonalen Bohrkataster (BFE-Datenbank) für allfällige Folgeprojekte verfügbar

In der Schweiz gibt es Stand 2024 noch keinen einzigen dokumentierten Rückbau einer EWS-Anlage — alle bisherigen Anlagen sind in Betrieb, viele seit den frühen 1980ern. Die Frage stellt sich praktisch erst in den 2050er-Jahren.

Quellen & Standards

Worauf wir uns berufen.

  • SIA 384/6 - Erdwärmesonden · Norm für Auslegung, Ausführung und Betrieb.
  • BFE · Bundesamt für Energie - Schweizerische Statistik der erneuerbaren Energien (jährlich).
  • FWS · Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz - Sektorstatistik & Marktentwicklung.
  • EnergieSchweiz - Programme & Förderkompass für Eigentümer.
  • SwissTopo / GeoWP - Geologische Eignungskarten für Erdwärmenutzung.
  • Areal Suurstoffi · Rotkreuz - Verbrauchsmonitoring 2020.

Stand: April 2026. Werte werden laufend aktualisiert. Für Detailberechnungen Deines Projekts kontaktiere uns direkt.

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