1. Geocooling — von der Nische zum Standard-Wunsch

Bis 2024 war Geocooling für die meisten Bauherrenfamilien noch ein Zusatzfeature. 2026 sieht das anders aus: bei rund einem Drittel unserer Neuanlagen ist passive Kühlung über die Sonde mittlerweile vom ersten Gespräch an Standard. Die heissen Sommer haben Spuren hinterlassen. Wer schon ein Erdwärmesystem plant, will den Cool-Effekt im Sommer mitnehmen.

Das ist gut so. Geocooling regeneriert das Erdreich, verlängert die Anlagen-Lebensdauer und kostet im Betrieb fast nichts (nur die Umwälzpumpe läuft). Eine Win-win-Erweiterung, die wir gerne dimensionieren.

2. Bewilligungen werden langsamer — aber gründlicher

In mehreren Kantonen haben sich die Bewilligungsfristen für Bohranzeigen 2026 spürbar verlängert. Was wir vor zwei Jahren noch in drei bis vier Wochen durchhatten, dauert in einzelnen Kantonen heute sechs bis acht. Der Hintergrund: Die Kantone prüfen Grundwasserschutzzonen und Karstgebiete deutlich genauer als früher.

Für Bauherrenfamilien heisst das: früher starten. Wer 2026 noch im Winter Wärme aus dem Boden ziehen will, sollte die Bewilligungsphase nicht erst im Spätsommer angehen.

3. Sondendimensionierung wird konservativer

Seit dem Frühjahr 2026 werden in der Fachwelt ergänzende Empfehlungen und Merkblätter zur Sondendimensionierung diskutiert — massgebende Norm bleibt die SIA 384/6. Schwerpunkt: präzisere Dimensionierung in heterogenen Geologien — mit einem neu definierten Sicherheits­zuschlag für Sondenfeld-Geometrien. Für die meisten EFH-Projekte ändert sich wenig; bei grösseren Anlagen (Mehrfamilienhäuser, Areale) wird die Auslegung etwas konservativer.

Wir legen unsere Projekte bereits seit Anfang April nach dieser konservativeren Praxis aus. Mehr Sondenmeter bei gleicher Heizlast — etwa 5–8 % im Durchschnitt. Das ist weniger Spielraum für die Bauherrschaft, aber mehr Robustheit über die Lebensdauer der Anlage.