Warum überhaupt Eigenbauten?
Die meisten Bohranlagen, die in der Schweiz unterwegs sind, kommen aus Deutschland oder Italien. Gute Geräte, keine Frage. Aber sie sind für Standard-Bohrungen gebaut — für ebene Baustellen, gute Zufahrten, normale Geologie. In den Alpen sieht die Welt anders aus. Hanglagen bis 30 %, Zufahrten mit 1.80 m Breite, Sondertransporte über schmale Pässe — das fordert Geräte, die es so nicht von der Stange gibt.
Deswegen entwickeln wir seit den 1990ern eigene Bohrgeräte. Auf Plattformen, die das Schweizer Hochgebirge schon können: Aebi für die Steilhänge, Unimog für die Reichweite. Wir bauen den Bohrmast, die Hydraulik, die Steuerung — angepasst auf das, was bei uns im Sarganserland und in den umliegenden Kantonen wirklich vorkommt.
Was bei der fünften Iteration anders wird
Iteration Nummer fünf, intern Codename «AP-5», ist seit Februar in Arbeit. Drei Schwerpunkte:
- Leichterer Mast. Wir wechseln von Stahl auf eine Stahl-Aluminium-Verbundkonstruktion. Gewichtsersparnis schätzungsweise 180 kg — bei gleicher Steifigkeit. Macht das Gerät für extreme Hanglagen sicherer.
- Präzisere Hydraulik. Neue Proportionalventile mit feinerer Druckregelung. Spürbar im weichen Lockergestein, wo die Sonde sonst zu schnell durchsackt.
- Digitalere Steuerung. Echtzeit-Telemetrie der Bohrparameter aufs Tablet. Bohrlochdokumentation wird damit nicht mehr nachgeführt — sie entsteht live während der Bohrung.
Wann ist sie einsatzbereit?
Plan ist Inbetriebnahme im September 2026. Das wäre rechtzeitig für die Herbstsaison, in der wir traditionell die meisten EFH-Bohrungen im Voralpenraum machen. Wenn alles glatt läuft. Bei Eigenbauten weiss man das nie genau.
Wir werden hier wieder berichten, sobald die Maschine das erste Mal Bohrgut nach oben fördert.
